Nr. 81 | steine | Abstract

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Maria Alexopoulou

[ DEUTSCH | ENGLISH | Kurz-Bio]

Zweierlei Übergang – Wohnen für volksdeutsche Aussiedler*innen und asylsuchende Außereuropäer*innen in den 1970er Jahren

Die These der Soziologin Naika Foroutan, wonach Ostdeutsche ähnliche Abwertungserfahrungen wie Migrant*innen machen, wirft auch die Frage auf, inwiefern dies überhaupt für unterschiedliche Migrant*innengruppen zutrifft. Der lokal- und mikrohistorische Blick auf die wohnliche Unterbringung von als Deutschen geltenden Aussiedler*innen und von Asylbewerber*innen aus nicht-europäischen Staaten in den 1970er Jahren zeigt, dass gerade das Differenzkriterium Herkunft sowie die Hierarchisierung von Herkunft entscheidend dafür waren, wie mit den Wohnanliegen dieser beiden Gruppen umgegangen wurde. Gleichzeitig demonstriert diese Zusammenschau am konkreten Beispiel die Relevanz des Analysekonzepts race für die deutsche historische Migrationsforschung, die es bislang weitgehend ignoriert hat – eine Ignoranz, die durch Foroutans weit rezipierte These reproduziert wird.

[ ENGLISCH | DEUTSCH]

Two Kinds of Transition. Housing »Volksdeutsche« Resettlers and Non-European Asylum Seekers in the 1970s

According to the sociologist Naika Foroutan, East Germans and migrants share similar experiences of discrimination and devaluation in German society. To what extent was this true for all migrant groups in West Germany? This local and microhistorical study on the housing of ethnic German resettlers and non-European asylum seekers in the 1970s demonstrates that origin was the decisive factor in how the authorities and other actors dealt with the housing needs of these two groups. This indicates the relevance of race as a concept for analyzing German migration history, which has been ignored so far – an ignorance Foroutan reproduces with her widely received thesis.

Kurz-Bio: Maria Alexopoulou

arbeitet an ihrem Postdoc-Projekt am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim als Stipendiatin der Fritz-Thyssen-Stiftung. Sie erforscht mit einem rassis­muskritischen Ansatz die Transformation Deutschlands in eine Einwanderungsgesellschaft.

E-Mail: m.alexopoulou@uni-mannheim.de

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