Editorial: Nr. 65 | dis/ability

WERKSTATTGESCHICHTE Cover Ausgabe 65Disability History der Vormoderne – diese zweisprachige, etwas sperrig anmutende Bezeichnung steht für ein Forschungsprogramm, das derzeit in internationaler und interdisziplinärer Kooperation entwickelt wird und sich somit buchstäblich noch in der Werkstatt befindet. Im Zusammenspiel von Geschichtswissenschaft, Sprach- und Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Archäologie und Anthropologie untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa und in den USA, inwiefern Gesellschaften im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit das Phänomen disability (Behinderung) kannten.[1] Für die Zeit der Vormoderne (ca. 500–1800) erproben sie damit einen Ansatz, der im Gebiet der neueren und neuesten Geschichte seit etwa 15 Jahren erfolgreich angewendet wird.
Bisher vor allem auf das 19. und 20. Jahrhundert ausgerichtet, untersucht diese Forschungsrichtung „historische Prozesse der Wahrnehmung von ›Andersheit‹ (bzw. ›Normalität‹), die auf physische, psychische und mentale Merkmale zurückgreifen, um Differenzierungsmerkmale konstruieren zu können.“[2] Sie verwendet dabei disability als eine grundlegende Analysekategorie der historischen Forschung analog zu bereits erfolgreich etablierten Kategorien wie gender.[3]
Als historische Forschungsperspektive entstand Disability History im Gefolge der internationalen Disability Studies.[4] Letztere, selbst ursprünglich wiederum aus emanzipativen Bewegungen von Menschen mit Behinderung seit den 1970er Jahren hervorgegangen, untersuchen anhand des Begriffs „verkörperte Andersheit“ (embodied difference), wie und warum körperliche, seelische und geistige Auffälligkeiten und Befindlichkeiten als disability konzipiert werden. Den Disability Studies geht es um gegenwärtige gesellschaftliche Strukturen und Mechanismen, die in ihrer kulturellen Bedingtheit und historischen Gewordenheit erklärt werden müssen. Indem Disability History mit dem Blick auf die Vergangenheit den Konstruktcharakter und die Wandelbarkeit von disability offenlegt, erweitert sie also die Disability Studies um die historische Dimension, die für das Verständnis der Gegenwart unentbehrlich ist. Um ihre Einbindung in die internationale Forschung zu signalisieren, verwenden auch deutsch-sprachige Studien die englischen Bezeichnungen Disability Studies und Disability History. Dahinter stehen noch tiefere Beweggründe: Die englischen Begriffe implizieren, da sie auch den Begriff ability enthalten, dass es um beide Kategorien, ability und disability, geht. Somit kommt gar nicht erst das Missverständnis auf, es handle sich bei Disability History um eine Geschichte der Behinderung. Dieser Ansatz zielt vielmehr darauf, disability und ability in ihrer wechselseitigen Aufeinanderbezogenheit zu untersuchen. Die international ebenfalls geläufige Schreibweise dis/ability zeigt noch deutlicher an, dass beide Kategorien grundsätzlich gemeinsam zu analysieren sind und dass keine Dichotomie von disability und ability angenommen wird.[5]
Die bisherige Ausrichtung von Disability History auf die Neuzeit ab etwa 1800 gründete in der Annahme, das Phänomendisability sei erst im Zuge der Moderne, nämlich mit der Entstehung wissenschaftlicher Diskurse und mit der Industrialisierung, aufgekommen.[6] Im Gegensatz zu dieser modernen Konstruktion habe in vormodernen Gesellschaften eine offene Haltung vorgeherrscht, man habe „vielfältige Formen von verkörperter Andersheit“ wahr-genommen. [7]
Neuere mediävistische und frühneuzeitliche Forschungen beginnen, diese Sichtweise zu revidieren. Es zeichnet sich ab, dass durchaus Konzepte von disability existierten. Deren Spezifik herauszuarbeiten, hat sich das Unternehmen einer Disability History der Vormoderne zur Aufgabe gemacht. Damit verbinden sich zwei Ziele: Die Entwicklungen der Neuzeit sollen in einer Perspektive der longue durée eingeordnet werden, die es ermöglicht, Traditionslinien, Zäsuren und Umbrüche festzustellen. Die neuzeitliche Disability History wird also historisch unterfüttert. Zugleich sollen entsprechend dem Postulat, anhand der Kategorie disability oder genauer: dis/ability „die allgemeine Geschichte neu zu schreiben“[8], vor-moderne Gesellschaften in allen ihren sozialen und kulturellen Bezügen, also als Ganzes, neu untersucht werden. Ob neuzeitlich oder vormodern ausgerichtet: Disability History versteht sich als eine umfassende Perspektive – und nicht etwa als ein Ansatz zur Erforschung eines Teilgebiets. Die Parallele zur Geschlechterge-schichte, die seit den 1970er Jahren ebenfalls auf die Erforschung der allgemeinen Geschichte unter neuem Blickwinkel zielt, liegt auf der Hand. Trotz der grundsätzlichen Übereinstimmung, was den Gegenstand und die Ausrichtung ihrer Forschung angeht, kann die Disability History der Vormoderne die methodischen Ansätze der neuzeitlich orientierten Disability History nicht ohne Weiteres übernehmen. Vielmehr muss sie spezifische, für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit taugliche Begriffe und Konzepte entwickeln. Zudem ist angesichts der problematischen, nämlich unregelmäßigen und heterogenen Quellenüberlieferung die fächerübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich. Nur auf diese Weise kann das vielfältige Spektrum verschiedenster Texte, Bilder, Objekte und menschlicher Überreste systematisch erschlossen und ausgewertet werden im Bestreben, Überlieferungslücken einzelner Quellengattungen auszugleichen. Vor allem am Anfang werden dabei Mikrostudien auf der Basis ausgewählter Quellenbestände und mit vergleichsweise eng abgestecktem zeitlichen und geografischen Rahmen dominieren.[9] Davon ausgehend gilt es, vergleichende Forschungen, mit denen größere Räume und Zeitspannen zu erschließen sind, zu unternehmen. Auch erste Synthesen werden bereits versucht.[10]
Zu den wesentlichen Erkenntnissen des jungen Forschungsprogramms, die auch den Wissensstand der neuzeitlichen Disability History erweitern, gehört, wie erwähnt, dass vormoderne Gesellschaften nachweislich das Phänomen disability kannten.[11] Als bewusst vage und vielschichtig verwendete Sammelbegriffe, die vermeintliche Zustände von disability benennen sollen, finden sich in lateinischen und volkssprachigen Texten Termini aus den Wortfeldern von debilitas, infirmitas, impotentia und unvermögen. Es gibt Aufzählungen verschiedener körperlicher Merkmale mit dem Ziel, diese in spezifischen Zusammenhängen – wie etwa der Frage von (Un)Tauglichkeit für bestimmte Ämter und Karrieren oder der Regelung von Versorgungs- und Therapieansprüchen – zusammenfassend als einen Zustand von Funktionsunfähigkeit und/oder Hilfsbedürftigkeit im Sinne von disability einzustufen. Gelegentlich werden Lebensumstände beschrieben, die Menschen das selbstständige Überleben unmöglich machten: eine Verkettung von als unheilbar geltender Krankheit bzw. Versehrtheit, Arbeitsunfähigkeit und Armut, Fehlen familialer Unterstützung, Eigen- und Fremdgefährdung durch Gewalttätigkeit. Solche Kombinationen mehrerer Faktoren bewirkten nach zeitgenössischer Auffassung disability. Als ein durchgängiges Merkmal vormoderner disability kristallisiert sich die Fluidität und Flexibilität von Zuschreibungen heraus. Verschiedene Deutungsebenen und Diskurse (etwa medizinisch, religiös, literarisch), aber auch die Wechselfälle von Lebensverhältnissen und Beziehungskonstellationen bringen höchst wandelbare Figurationen von disability hervor. Die Erkenntnis der Neuzeitforschung, dass disability eher unter dem Aspekt von „fluidity rather than stability“ zu erkunden ist, wird durch diesen Befund bestätigt.[12] Zur Fluidität trägt auch bei, dass in der Vormoderne ability und disability nicht als gegensätzliche, mehr oder weniger dauerhafte Zustände gedacht wurden. Nach zeitgenössischer Vorstellung gab es innerhalb eines Kontinuums von Befindlichkeiten vielmehr fließende Übergänge zwischen abilities und disabilities. Entsprechend flexibel gestalteten sich auch Reaktionen und Verhaltensweisen in der alltäglichen Lebenspraxis. Das von Wendy J. Turner, einer Pionierin der neuen Forschungsrichtung, jüngst entwickelte Modell, disability ausgehend von der Frage, „what in each environment are the disabling factors“, zu untersuchen und dabei verschiedenste Situationen einzubeziehen, verspricht vor diesem Hintergrund weiterführende Erkenntnisse.[13]

Die in diesem Heft versammelten Beiträge zeigen exemplarisch, welche thematische Spannweite und methodische Vielfalt das neue Arbeitsgebiet kennzeichnen. Mit dem Hof des Hunnenherrschers Attila im 5. Jahrhundert, dem angelsächsischen England im Frühmittelalter und verschiedenen Gruppen in städtischen Gesellschaften des europäischen Hoch- und Spätmittelalters bis zum Übergang in die Frühe Neuzeit treten unterschiedliche Zeiten, Räume, Milieus und Lebensformen in den Mittelpunkt. Die Autorinnen und der Autor, allesamt Mitglieder des Forschungsverbunds „Homo debilis. Dis/ability in der Vormoderne“, verknüpfen, ausgehend von höchst unterschiedlichen Quellen, Herangehensweisen der Geschichtswissenschaft, der Literatur- und insbesondere Diskursgeschichte sowie der Archäologie und Paläopathologie. Sie widmen sich den vielfältigen körperlichen und geistig-seelischen Merkmalen und damit verbundenen Verhaltensweisen und Zuschreibungen, die in Texten, archäologisch-anthropologischen Befunden sowie Bildern aufscheinen, anhand von Fragen, die dieses Themenheft wie ein roter Faden durchziehen und teilweise kontrovers beantwortet werden: Inwiefern lassen sich moderne, unter Umständen konkurrierende Modelle von disability für die Vormoderne nutzen bzw. dort wiederfinden? In welchem Sinne sollte man zwischen disability (Behinderung) und impairment (Beeinträchtigung) unterscheiden? Welche Beziehungen bestehen zwischen Text bzw. Diskurs und der sozialen Umwelt bzw. „Realität“? Und wie können die sprachlichen Besonderheiten vormoderner Quellen (die schillernden, oft eher verweisenden oder umschreiben-den statt beschreibenden Formulierungen und Begriffe) für Erkenntnisse genutzt werden? Den Auftakt zu diesem Themenheft gibt Bianca Frohnes Studie „Infirmitas: Vorschläge für eine Diskursgeschichte des gebrechlichen Körpers in der Vormoderne“. Verbunden mit einer Auswertung von Selbstzeugnissen und Familienaufzeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts, an denen sie einen diskursgeschichtlichen Ansatz erprobt, entfaltet die Verfasserin weitreichende theoretische Perspektiven und methodische Vorschläge, die die Disability History generell, ungeachtet ob sie modern oder vormodern ausgerichtet ist, voranbringen können. Im Zentrum steht dabei die Forderung, sich von jeglichen festen Kategorisierungen samt den dazu gehörigen Begriffen zu verabschieden und innovative Konzepte wie Intersektionalität und dismodernism für ein neues Programm von Disability History nutzbar zu machen.
Die darauf folgenden Studien sind chronologisch gereiht. Auf eine Reise in die Antike begibt sich Christian Laes mit der Frage „Unabling Zercon oder Disabled Zercon? Ein Narr an Attilas Hof“. Der Verfasser unternimmt zunächst eine von Michel Foucault inspirierte minutiöse Analyse des Augenzeugenberichts, den der Geschichtsschreiber und kaiserliche Sekretär Priscus von Panium im 5. Jahrhundert über den Auftritt des Sklaven Zercon zur Belustigung von Attilas Hofgesellschaft verfasste. Dies dient als Ausgangspunkt dafür auszuloten, inwieweit der Text auf die Existenz des Zercon als „a mentally disabled person“ sowie auf den Mechanismus des unabling durch seine Umgebung schließen lässt.
Christina Lee zeigt in ihrem Beitrag „Abled, Disabled, Enabled: An Attempt to Define Disability in Anglo-Saxon England“ auf, wie fruchtbar die Kopplung geschichtswissenschaftlicher und archäolo-gisch-anthropologischer Herangehensweisen gerade für die Erforschung frühmittelalterlicher Gesellschaften ist, zu denen schriftliche Quellen vergleichsweise spärlich und größtenteils aus kirchlichem Blickwinkel überliefert sind. Die Verfasserin arbeitet sowohl die religiösen Dimensionen des Körperlichen (vor allem die christliche Grundannahme, dass alle menschliche Existenz auf Erden hinfällig ist, und die – auch – positiven Bewertungen des Leidens) heraus als auch die anhand der „materiellen Kultur“ erkennbaren Bezüge zwischen Körpermerkmalen, sozialem Status, Inklusion und Exklusion.
An spätmittelalterlichen Bilddarstellungen und Texten erörtert Irina Metzler in „Disability in the Middle Ages and Cultural History“, wie und mit welchen Modellen man mittelalterlichen Vorstellungen von disability auf die Spur kommen kann. Sie richtet ihr Augenmerk zunächst auf das zeitgenössische ambivalente Verständnis von Armut und die daraus folgenden Bemühungen, „betrügerische Bettler“ mit vorgetäuschten oder unehrenhaft, nämlich durch Bestrafung erworbenen Körperdefekten von „wahren“, berechtigten Bedürftigen zu unterscheiden. Indem Irina Metzler ferner die zentrale Bedeutung von Arbeits(un)fähigkeit als Indikator für ability und disability sowohl heute wie damals unterstreicht, zeigt sie ein Moment der epochenübergreifenden Kontinuität auf. Mögen die Autorinnen und der Autor dieses Themenhefts auch im Detail unterschiedliche Antworten auf die Fragen, die sie alle bewegen, geben, so erweist doch gerade dieser Pluralismus, dass derzeit in der Werkstatt etwas Neues entsteht: Die interdisziplinäre Disability History der Vormoderne erscheint als ein vielversprechendes Forschungsprogramm, das den historischen Wissenschaften neue Impulse verleiht – über die traditionellen Epochengrenzen und Periodisierungen hinweg, deren Geltung bezeichnenderweise von dem neuen Ansatz in Frage gestellt wird.[14]
Im Mittelteil des Hefts geben Dietlind Hüchtker und Lotte Thaa Einblicke in zwei aktuelle Debatten der Geschichtswissenschaft und -kultur. Dietlind Hüchtker diskutiert die Ähnlichkeiten und Analyse-ansätze zwischen einer Zeitgeschichtsschreibung zu Pop History und Popkultur und der inzwischen etablierten historiographischen Zuwendung zu Volkskultur in den Forschungen zur Frühen Neuzeit. Sie erläutert anhand dieses Beispiels die Relationalität von Konzept und Gegenstand und stellt her-aus, wie Interpretationen von alltäglichem Widerstand und Vergnügen, die diese Forschungsfelder so attraktiv machen, eigentlich selbst erst entziffert werden müssten.
Lotte Thaa geht dem Entstehungsprozess des Freiheits- und Einheitsdenkmals auf dem Berliner Schlossplatz nach. Sie analysiert detailliert die Argumente der Initiatoren und stellt hier insbesondere die Macht der Geschichtsbilder für Entscheidungs- und Bewertungsprozesse in Politik und Öffentlichkeit heraus. Ausgehend von der Interpretation der Ereignisse 1989 werde eine freiheitlich-demokratische Tradition der deutschen Geschichte beschworen und dem zu errichtenden Denkmal die Aura eines ausschließlich positiv besetzten Nationaldenkmals der Berliner Republik verliehen.
In der Filmkritik geht es dieses Mal nicht wie sonst meistens in dieser Rubrik um einen Klassiker der Filmgeschichte, sondern um anspruchsloses Unterhaltungskino für ein möglichst breites Publikum im „Dritten Reich“ und in der Bundesrepublik der 1950er Jahre. Kurz nach Kriegsende liefen mehr Remakes älterer deutschen Filme in deutschen Kinos als je zuvor oder danach. Die meisten Vorgän-gerfilme stammten aus der NS-Zeit. Was aktualisierten die Filmemacher dieser Remakes und was ließen sie unverändert? Danach fragt Stefanie Mathilde Frank am Beispiel von zwei Filmen über drei Männer, die kurz vom Junggesellendasein und einer Männerwirtschaft schwärmen und sich dann doch wieder nur allzu gern verheiraten. Neben den Nuancen in der Umdeutung des Geschlechterverhältnisses sind es vor allem die veränderten Sing- und Tanzeinlagen, die neue Einsichten in den historischen Wandel ermöglichen.

Cordula Nolte und die Redaktion


Anmerkungen:
[1] Auf der homepage des Bremer Forschungsverbunds „Homo debilis. Dis/ability in der Vormoderne“ www.homo-debilis.de (letzter Zugriff 1.5.2014) finden sich links zu weiteren Arbeitsgruppen.
[2] Elsbeth Bösl/Anne Klein/Anne Waldschmidt, Disability History. Einleitung, in: Dies. (Hg.), Disability History. Konstruktionen von Behinderung in der Geschichte. Eine Einführung, Bielefeld 2010, S. 7–10, hier S. 8. Vgl. zu den folgenden Ausführungen Cordula Nolte, Disability History der Vormoderne – Umrisse eines Forschungsprogramms, in: Dies. (Hg.), Phänomene der „Behinderung“ im Alltag – Bau-steine zu einer Disability History der Vormoderne, Affalterbach 2013, S. 11–24.
[3] „Like gender, like race, disability must become a standard analytical tool in the historian’s tool chest.“ Paul K. Longmore/Lauri Umansky, Introduction. Disability History. From the Margins to the Mainstream, in: Dies. (Hg.), The New Disability History. American Perspectives, New York, London 2001, S. 1–29, hier S. 15.
[4] Vgl. zum Folgenden Anne Waldschmidt, Warum und wozu brauchen die Disability Studies die Disability History?, in: Bösl/Klein/Waldschmidt (Hg.), Disability History, S. 13–27.
[5] Waldschmidt, Warum und wozu, S. 20ff.
[6] Vgl. die bei Nolte, Disability History der Vormoderne, S. 12f., angeführte Literatur.
[7] Elsbeth Bösl, Dis/ability History. Grundlagen und Forschungsstand, in: H-Soz-u-Kult 07.07.2009, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/2009-07-001 (letzter Zugriff 1.5.2014), S. 17.
[8] Waldschmidt, Warum und wozu, S. 23.
[9] Exemplarisch sind hier zu nennen Bianca Frohne, Leben mit „kranckhait“. Der gebrechliche Körper in der häuslichen Überlieferung des 15. und 16. Jahrhunderts. Überlegungen zu einer Disability Histo-ry der Vormoderne, Affalterbach 2014. Jenni Kuuliala, Disability and Social Integration. Constructions of Childhood. Impairments in Thirteenth- and Fourteenth-Century Canonisation Processes (im Druck). Vgl. auch die Aufsätze, in: Nolte (Hg.), Phänomene der „Behinderung“. Wendy J. Turner/Tory Vande-venter Pearman (Hg.), The Treatment of Disabled Persons in Medieval Europe. Examining Disability in the Historical, Legal, Literary, Medical, and Religious Discourse of the Middle Ages, Lewiston, N. Y. 2010.
[10] Irina Metzler, A Social History of Disability in the Middle Ages. Cultural Considerations of Physical Impairment, New York 2013. Von Irina Metzler stammt auch das Standardwerk mediävistischer Disa-bility History: Disability in Medieval Europe. Thinking about Physical Impairment During the High Middle Ages, c.1100–1400, London 2006.
[11] Vgl. zum Folgenden Cordula Nolte, Begriffe und Merkmale vormoderner »Disability« – Beobachtungen zum Arbeitsstand, in: Nolte (Hg.), Phänomene der „Behinderung“, S. 345–350.
[12] Sharon N. Barnartt, Disability as a Fluid State. Introduction, in: Dies. (Hg.), Disability as a Fluid State, Bingley 2010, S. 1–22, hier S. 2.
[13] Wendy J. Turner präsentierte ihr Modell beim Workshop „Dis/ability and Law in PreModern Societies. Schnittfelder von Rechtsgeschichte und Dis/ability History“ an der Universität Bremen, 31.1.–1.2.2014. Ich danke ihr herzlich für die Erlaubnis, aus ihrem Manuskript zu zitieren. Vgl. dazu auch den Tagungsbericht von Bianca Frohne, Heiko Hiltmann und Christoph Wieselhuber, Dis/ability and Law in PreModern Societies. Schnittfelder von Rechtsgeschichte und Dis/ability History. 31.01.2014-01.02.2014, Bremen, in: H-Soz-u-Kult, 01.05.2014, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5342 (letzter Zugriff 1.5.2014).
[14] Vgl. die Tagung „Kontinuitäten, Zäsuren, Brüche? Die Lebenslage von Menschen mit Behinderungen in Deutschland nach 1945: Periodisierungsfragen der deutschen Zeitgeschichte aus interdisziplinärer Perspektive“, Internationale Forschungsstelle Disability Studies, Universität zu Köln 20.–22.3.2014.

 

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