Nr. 92 | prekäres wissenschaften

[…] Es ist eben jene Schattenseite der Universität, die das vorliegende Heft in den Blick nehmen will. Es vermittelt einen epochenübergreifenden Eindruck von Machtstrukturen, Prekarisierung und Wissenschaft, indem Quellen zur Universitätsgeschichte seit dem Mittelalter auf Indikatoren von Machtverhältnissen, Abhängigkeiten, Über- und Unterordnungen, In- und Exklusion und nicht zuletzt direkt aufscheinende Prekarität untersucht werden. Dabei wird dem nicht-professoralen, heute als »Mittelbau« bezeichneten Teil der Universitätsangehörigen besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Ziel des Themenhefts ist es, eine vergleichende Perspektive auf das System Universität zu entwickeln, das sich zwar seit dem Mittelalter kontinuierlich weiterentwickelte, jedoch gerade im Bereich der Machtdynamiken eine erschreckende Kontinuität auf-weist. So stellt etwa die Professor*innenmehrheit, der wir in den heutigen deutschen Hochschulverfassungen begegnen, ein strukturelles Echo der ständischen Gesellschaft dar. Ein Status quo wird zementiert, von dem man sich fragen kann, ob er einer demokratisch verfassten Hochschule wirklich angemessen ist.

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