Nr. 82

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Teresa Schröder-Stapper

[ DEUTSCH | ENGLISH | Kurz-Bio]

Mann oder Frau, ledig oder verheiratet, arm oder reich. Die »fragmentierte Stadt« in urbanen Inschriften des 16./17. Jahrhunderts

Der Beitrag fragt nach unterschiedlichen Differenzkategorien und deren Manifestation in städtischen Inschriften des 16. Jahrhunderts aus den norddeutschen Städten Braunschweig und Hildesheim. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die These, dass diese Differenzierung in der Praktik des Einschreibens hervorgebracht, aktualisiert und akzentuiert wurden. Im Zentrum der Analyse stehen Hausinschriften als Medien der Kommunikation im sozialen Nahraum. Der Zugang zur Ressource Haus war an verschiedene relationale Kategorien (Geschlecht, Familienstand, Vermögen, Rechtsstatus) gebunden, welche in Hausinschriften thematisiert wurden. Der Beitrag argumentiert, dass die Inschriften nicht allein der Artikulation von Unterscheidungen dienten, sondern gleichsam als Marker, mit dem Differenzen zugeschrieben und sichtbar in den städtischen Raum eingeschrieben wurden. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Materialität der Inschrift, welche die Differenz sowohl haptisch erfahrbar als auch dauerhaft(er) machte.

[ ENGLISCH | DEUTSCH]

Man or Woman, Unwed or Married, Poor or Rich. The »Fragmented City« in Sixteenth- and Seventeenth-Century Urban Inscriptions

The article deals with variable categories of difference and their manifestation in urban inscriptions in the sixteenth-century north German cities of Braunschweig and Hildesheim. The starting point of the investigation is the proposition that this differentiation was produced, updated and accentuated in the practice of inscribing. The analysis focuses on house inscriptions as media of communication in social proximity. Access to houses as a resource was linked to various relational categories (gender, marital status, property, legal status), which were addressed in house inscriptions. This contribution argues that inscriptions not only expressed distinctions but also served as a marker with which differences were ascribed to and visibly inscribed into the urban space. Special attention is paid to the materiality of the inscription, which made the difference both palpable and permanent.

Kurz-Bio: Teresa Schröder-Stapper

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen. Sie habilitiert zu Stadtvorstellungen und -wahrnehmungen in urbanen Inschriften im Rahmen des von ihr selbst eingeworbenen DFG-Projektes »Die geschriebene Stadt – Das Wissen städtischer Inschriften in der Frühen Neuzeit«. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen im Bereich Geschichte der Frühen Neuzeit, Kulturgeschichte der vormodernen Stadt, Geschlechtergeschichte und Raum-Zeit-Forschung sowie Materialitätsforschung und Praxeologie.

E-Mail: teresa.schroeder-stapper@uni-due.de

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