Nr. 82 | differenzen einschreiben | Abstract

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Andreas Kötzing

[ DEUTSCH | ENGLISH | Kurz-Bio]

In der Filmkritik erläutert Andreas Kötzing, auf welche Weise Gundermann (2018) von Andreas Dresen (Regie) und Laila Stieler (Drehbuch) den Liedermacher, Baggerfahrer und IM der DDR-Staatssicherheit Gerhard Gundermann (Alexander Scheer) als eine ambivalente Figur vorstellt und ZuschauerInnen ihr jeweils eigenes Urteil finden lässt. Anders als die meisten neueren Filme über die DDR stellt Gundermann nicht einseitig die Diktatur ins Zentrum und dramatisiert den Verrat. Er erzählt auch von unspektakulärem Alltagsleben und privaten Dramen. Und er lässt mitunter beiläufig aufscheinen, dass man die DDR bzw. die mit ihr vermachte Utopie auch mögen konnte und den Westen nicht unbedingt attraktiver finden musste. Gundermann, so argumentiert Kötzing, bedient damit verschiedene Erinnerungen der DDR-Geschichte, ohne eine von ihnen klar zu favorisieren. Er schlägt vor, ihn als einen »Versöhnungsfilm« zu sehen, der hoffentlich weitere differenziertere Filme über die DDR nach sich ziehen wird.

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Kurz-Bio: Andreas Kötzing

ist Historiker. Er forscht hauptsächlich zur Kultur- und Mediengeschichte im 20. Jahrhundert, speziell zur Filmgeschichte der DDR sowie zu den deutsch-deutschen Beziehungen im Kalten Krieg. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden.
E-Mail: andreas.koetzing@mailbox.tu-dresden.de

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