Nr. 79 | arbeit / freizeit | Abstract

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Maxi Braun

[ DEUTSCH | ENGLISH | Kurz-Bio]

»Pull up the dinosaurs’ skirts« – in Jurassic Park (1993) und Jurassic World (2015)

Ein Vierteljahrhundert nach Kinostart ist Steven Spielbergs Jurassic Park noch immer ein Film »worth watching«, was nicht zuletzt an seinen progressiven Geschlechterdarstellungen liegt. 2015 startete mit Jurassic World der erste Teil einer Trilogie, die das Dino-Franchise wiederbelebte, in Bezug auf geschlechtliche Rollenvorstellungen aber stereotyp bis antifeministisch blieb. Die viel zitierten und von Fans und Kritik geächteten High Heels der Protagonistin sind dafür nur der offensichtlichste Beleg. Maxi Braun zeigt anhand eines Close Readings, wie Geschlechterbilder in beiden Filmen unterschiedlich ästhetisch und narrativ verhandelt werden. Neben den weiblichen und männlichen Figuren nimmt sie die gentechnisch bewusst weiblich geschaffenen Dinosaurier in den Blick. Sie legt offen, wie Jurassic Park bereits 1993 (queer)feministische Lesarten eröffnete, als sich Frauenemanzipation im Action- und Science Fiction-Genre erst bestenfalls vorsichtig andeutete. Jurassic World hingegen biedert sich bei den Themen Geschlecht, Reproduktionskontrolle, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Frauen in Führungspositionen einem antifeministischen Zeitgeist der 2010er Jahre an.

[ ENGLISCH | DEUTSCH]

»Pull up the dinosaurs’ skirts« – in Jurassic Park (1993) and Jurassic World (2015)

More than 25 years after its premiere, Steven Spielberg’s Jurassic Park is still a movie worth watching because of the progressive gender roles it portrays. In contrast, Jurassic World (2015), the first part of a trilogy that reanimated the dino-franchise, employed stereotypical, antifeminist-gender roles. Film critics and fans have often cited and criticized the female protagonist’s high heels as the most obvious indication of this bias. Through a close reading of both films, Maxi Braun shows how they implement gender roles in their narrations and aesthetics. Besides the female and male characters, her analysis focuses on the genetically female created dinosaurs. Braun argues that Jurassic Park invited queer-feministic readings at a time when feminist tendencies in action and science fiction films were only slowly starting to develop, while Jurassic World tried to please an antifeminist audience with its conservatism on subjects like gender, family, reproductive rights, and women in leading positions.

Kurz-Bio: Maxi Braun

studierte russische Kultur, Geschichte und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich filmphilosophisch und -ästhetisch mit Körperbildern in der US-amerikanischen Neoserie Nip/Tuck. Von 2013 bis 2017 war sie als Chefredakteurin der Kulturmagazine choices (Köln), trailer (Ruhrgebiet) und engels (Wuppertal) tätig. Seitdem arbeitet sie als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Film, Serie und Feminismus und ist in der projektbezogenen Filmfestivalarbeit, u.a. beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln, tätig.

rodeozebra@googlemail.com

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