WERKSTATTGESCHICHTE
ist eine Werkstatt für kritische und innovative Geschichtsschreibung.  
 
WERKSTATTGESCHICHTE wendet sich an diejenigen, für die Geschichte ein Experimentier- und (Re)Konstruktionsfeld ist, deren Gestalt sich je nach den Fragen, die gestellt werden, verändert. Die Zeitschrift ist ein Ort, an dem über Geschichte und ihre AkteurInnen ebenso reflektiert wird wie über historisches Forschen und Schreiben. Sie bietet Platz, konventionelle Perspektiven zu durchbrechen und neue Formen der Darstellung zu erproben. Der Erfolg von WERKSTATTGESCHICHTE in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass Bedarf an einer wissenschaftlich neugierigen und methodologisch experimentellen Geschichtszeitschrift besteht.  
 
WERKSTATTGESCHICHTE will sich dieser Herausforderung stellen.  
 
Wer Geschichte schreibt, analysiert und entwirft gleichzeitig den Untersuchungsgegenstand, beteiligt sich daran, das gesellschaftliche Gedächtnis zu modellieren, schließt aus und bezieht ein, postuliert und verwirft, lobt und verurteilt. Da Geschichtsschreibung immer in einem gesellschaftlichen Kontext entsteht, kann sie nicht von der politischen und sozialen Praxis dieser Gesellschaft getrennt werden. Das Schreiben der Geschichte kann die politische Macht sowohl legitimieren als auch sie in Frage stellen. WERKSTATTGESCHICHTE nimmt die politische Dimension der Historiographie ernst und setzt sich auch mit dem Potential der Geschichte als Legitimationswissenschaft auseinander. WERKSTATTGESCHICHTE bleibt der Sozialgeschichte verbunden, legt aber deutlichen Wert darauf, die "große Geschichte" aus einer alltagsgeschichtlichen Perspektive zu befragen. Alltagsgeschichte, verstanden als Rekonstruktion von Aneignungsformen und Aneignungspraxen, besitzt nach wie vor unausgeschöpfte Potentiale. Die in der Geschichtswissenschaft andauernde Debatte um das Verhältnis von Alltags-, Diskurs-, Kultur- oder Geschlechtergeschichte zueinander und zu den Paradigmen der Sozialgeschichte wird daher von WERKSTATTGESCHICHTE nicht als "Richtungsstreit" begriffen, sondern ist integraler Bestandteil eines Wissenschaftskonzepts, das es zu historisieren gilt.  
 
Der Anspruch, überkommene Perspektiven zu unterlaufen, schließt die Forderung nach Interdisziplinarität ebenso ein wie den Blick über zeitliche und räumliche Grenzen hinaus. Diachrone sowie transnationale und außereuropäische Perspektiven haben in der Zeitschrift einen programmatischen Platz. WissenschaftlerInnen aus anderen Disziplinen sind ausdrücklich eingeladen, WERKSTATTGESCHICHTE als Forum für die Debatte und Reflektion um Wissenschaft zu nutzen. WERKSTATTGESCHICHTE sucht ebenso die Diskussion über und das Experiment mit neuen Medien der Darstellung. Bilder sollen ihre eigene Sprache zum Ausdruck bringen und nicht allein als Illustrationen von Texten dienen. Neue elektronische Medien ebenso wie das Internet besitzen für WERKSTATTGESCHICHTE nicht nur den Charakter eines Archivs oder einer (schnelleren) Post, sondern werfen für die wissenschaftliche Kommunikation, die Produktion von Wissen neue Problematiken auf, die in WERKSTATTGESCHICHTE thematisiert werden sollen.  
 
WERKSTATTGESCHICHTE erscheint dreimal im Jahr. Jedes Heft enthält einen Themenschwerpunkt mit Forschungsaufsätzen, deren Spektrum von der frühen Neuzeit bis ins 20.Jahrhundert, von Europa bis Afrika und Amerika reicht. Im Mittelteil von WERKSTATTGESCHICHTE finden Debattenbeiträge ebenso Platz wie Werkstattberichte, in denen es auch um methodologische Fragen gehen soll. Der dritte Teil beinhaltet kritische Aufsätze und Berichte zu Austellungen, Filmen und Tagungen, die sich mit historischen Themen beschäftigen. WERKSTATTGESCHICHTE ist eine unabhängige Zeitschrift. Sie wird allein durch die AbonnentInnen, KäuferInnen, AnzeigenkundInnen und nicht zuletzt durch die unbezahlte Arbeit ihrer MitarbeiterInnen finanziert. Anders als manche universitär alimentierte Zeitschrift muß sich WERKSTATTGESCHICHTE auf den Markt und auf die Resonanz ihrer LeserInnen stützen. Von deren Bereitschaft, WERKSTATTGESCHICHTE als unabhängiges wissenschaftliches Projekt durch Abonnements zu fördern, hängt die Existenz der Zeitschrift ab. Ein Abonnement von WERKSTATTGESCHICHTE ist daher zugleich ein Beitrag für eine offene Wissenschaftskultur.  
 
Die HerausgeberInnen und die Redaktionen